10 Monate Berlin

21.07.2019

10 Monate Großstadtdschungel, 10 Monate neue Leute, Orte und Alltag, 10 Monate zwischen Kreuzberg, Friedrichshain und Charlottenburg. 10 Monate Berlin

Es ist Freitag, der 28. September 2018 als mein Papa und ich mit vollgepacktem Auto von Wien nach Berlin aufbrechen. Der Kofferraum ist bis zum letzten Winkel vollgestopft mit Kleidung, Büchern, einem Kasten und Lampen. Jeder Winkel ist voller Utensilien für meine neue Wohnung und jeder Winkel in mir ist voller Vorfreude. Ich kann es kaum erwarten in Berlin zu studieren und ein neues Abenteuer zu starten. Ein Leben in einem neuen Land, in einer Stadt, die ich nicht gut kenne. Für mich als Weltenbummlerin gibt es zu dem Zeitpunkt nichts Aufregenderes.

Nach acht Stunden Fahrt durch Österreich, Tschechien und Deutschland kommen wir vor meiner neuen Wohnung an. Eine Wohnung, die ich zu diesem Zeitpunkt noch nie von innen gesehen hatte. Aber da sich die Wohnungssuche in Berlin als mehr als schwierig herausstellte, muss ich einfach vertrauen. Und wie sich das gelohnt hat! Mein Zimmer in einer Wohnung in Prenzlauer Berg liegt mitten in meinem jetzigen Lieblingsbezirk Berlins.

Neue Uni. Neue Freunde. Neue Wohnung. Neue Arbeit. Ich liebe Veränderungen. Aber manchmal wird es selbst mir zu viel, wenn alles anders ist.

In eine andere Stadt ziehen ist ganz anders, als Backpacken. Durch das Reisen bin ich es gewohnt, täglich zwangsläufig in Kontakt mit neuen Menschen kommen. Im Hostel findet man innerhalb von fünf Minuten Freunde, mit denen man eine halbe Stunde später über den Sinn des Lebens philosophieren kann. Aber Berlin ist in der "normalen" Welt, wo nicht jeder mit Rucksack und Schlabber Hosen rumläuft. Ich schlafe nicht mehr mit fünf Fremden im Zimmer, die zu Freunden werden. Es ist hier schwieriger, interessante neue Leute kennenzulernen. Das macht mir länger zu schaffen, als erwartet.

Außerdem ist Berlin kalt, grau und dunkel. Natürlich ist Wien das auch. Aber Südostasien nicht, wo ich meinen letzten Winter verbracht habe. Ich bin überfordert mit dem ewigen grau und verbringe den Winter damit, melancholisch Trübsal zu blasen. Ich bin doch so eine Abenteurerin, die am liebsten jeden Winkel der Erde erkunden und gut kennenlernen will. Warum gelingt es mir dann ausgerechnet in Berlin, der Stadt, die von allen in den Himmel gelobt wird, nicht ein neues zu Hause zu finden?

Doch ab dem Moment, an dem die ersten warmen Sonnenstrahlen die Hauptstadt im Mai erreichen, erreicht die Stadt auch endlich mein Herz. Eigentlich ist es ja gar nicht so schlecht hier. Freundschaften verfestigen sich, ich kenne den Späti-Mann bei mir um die Ecke und weiß, wo es die beste Pizza im Bezirk gibt. Es sind diese Kleinigkeiten, die einen zu Hause fühlen lassen. Und einen Ort tatsächlich sein zu Hause nennen zu können dauert für mich deutlich länger als erwartet.

Seit Mai etwa kann ich also behaupten, mich hier wohl zu fühlen. Ich bin versöhnt mit der Stadt und ihrem grau. Es dauert einfach, sich in einer völlig neuen Umgebung einzuleben. Bei manchen braucht das länger, bei manchen klickt es gleich. Anfangs habe ich meinen Wohlfühlfaktor ständig mit meinem Eindruck verglichen, wie wohl sich Andere in meiner Umgebung fühlen. Ja, der Fluch des Vergleichens ist nicht nur aufs Aussehen bezogen ein Problem. Berlin kann ganz schön hart sein aber zur Belohnung bekomme ich jeden Tag so viele neue Erfahrungen, Eindrücke und Erkenntnisse, dass ich das Gefühl habe, schon Jahre gealtert zu sein, seitdem ich hier bin.

10 Monate Berlin haben mir unglaublich viel gelernt und mich schlussendlich ankommen lassen. Meine Zeit hier ist noch nicht zu Ende. Mindestens zwei Jahre gehe ich hier noch zur Uni, vielleicht werden es noch mehr. Wie ich im Oktober geschrieben habe inspiriert Berlin. Immer noch täglich. Die Stadt hat noch so viel, was sie mir geben kann und ich will alles aufsaugen.

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