Bonjour Provence

15.09.2017

Tag 5 in Frankreich und ich fühle mich hier wohl. Im Moment sitze ich in meinem geräumigen, gemütlichen Zimmer in Ventabren, etwa eine halbe Stunde Autofahrt von Aix en Provence entfernt. Hier wohne ich bei Vika und ihrem Sohn Maxim und helfe ihnen dabei, durch den Alltag zu kommen. Sei es auf Maxim aufpassen, kochen, Geschirr zu waschen oder im Appartment auszuhelfen, das die Familie vermiete: Ich helfe der Familie bei verschiedensten Aufgaben, die im Alltag anfallen.  

Frankreich wie es im Buche steht

Überarbeitet bin ich nicht, Vika achtet immer darauf, dass ich mich wohlfühle und reichlich Zeit zum Entspannen habe. Und die habe ich tatsächlich. Eine großartige Abwechslung für mich, die in den letzten drei Monaten zehn Länder bereist hat. entdeckt hat. Ich muss mich manchmal zur Entspannung zwingen und dafür ist Ventabren genau der richtige Ort. Ich wohne mitten in der wunderschönen Postkarten-Altstadt des Gebietes und bin begeistert! Das ist Frankreich wie es im Buche steht. Die kleine Stadt, und ich übertreibe nicht, sie ist wirklich winzig, liegt gleich am Fuße einer verfallenen Burg. Der Anstieg dauert von meiner Haustür aus etwa zehn Minuten und ist man oben auf dem Plateau angelangt bietet sich einem eine wunderschöne Aussicht über das Tal, in dem Ventabren liegt. Oben habe ich übrigens auch den wohl schönsten Sportplatz der Gegend gesehen, auf dem man beim sporteln einen unglaublichen Ausblick hat.

Durch schmale Gässchen geht es dann nach meinem täglichen Stadtspaziergang wieder zurück in das alte, gemütliche Häuschen in dem ich jetzt für einen Monat wohne. Am Abend passe ich hier oft auf den achtjährigen Maxim auf, mit dem ich mich zwar menschlich gut verstehe, aber garantiert nicht auf sprachlicher Ebene. Das mit dem Französisch ist doch ein schwereres Projekt als gedacht. Kann es sein, das wir in der Schule nur den Nordfranzösischen Dialekt gelernt haben? Gibt es im Süden Frankreichs einen Dialekt? Oder liegt es daran, das ich seit sechs Monaten kein Wort Französisch gesprochen habe? Auf jeden Fall habe ich in der Vergangenheit schon viel einfacher verstehen und kommunizieren können. 


Doch selbst nach vier Tagen sehe ich schon enorme Fortschritte und ich verstehe Vika recht gut, auf jeden Fall deutlich besser als Anfangs. Wir beide sprechen die Hälfte der Zeit Englisch, die andere Hälfte Französisch miteinander. Halleluja, obwohl ich mich in Frankreich befinden kann ich mich mit meiner Gastmama ausgezeichnet auf Englisch verständigen! Das liegt nicht daran, dass die Franzosen gelernt hatten, sich besser auf Englisch zu verständigen sondern eher daran, dass Vika ursprünglich Russin ist und nach Los Angeles und London nun hier her gezogen ist, um ihren Sohn hier aufwachen zu lassen.   

Warum? Ventabren soll eines der sichersten und wohlhabendsten Gebiete Frankreichs sein. Stellt man sich ein typisch, altes Südfranzösisches Haus vor, könnte ich an der nächsten Straßenecke bestimmt ein vergleichbares finden. Morgen werden dazu sicher noch mehr dazu kommen, denn ich fahre endlich nach Aix en Provence! Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie Stadtleben in der Gegend aussieht. Wobei Stadtleben etwas übertrieben ist, Aix en Provence ist eine Studentenstadt mit rund 160 000 Einwohnern. Neben Aix, wie die Stadt hier im Süden kurz genannt wird, ist auch Marseille in unmittelbarer Entfernung und muss von mir unbedingt noch bereist werden.

Meine Zeit in Marseille lief anders als gedacht. Mehr über meinen Schock, denn ich in der Stadt erlebte liest du hier. 

Mir wird hier als garantiert nicht langweilig und es gibt genug zu tun. So, jetzt mache ich mich auf zu meinem täglichen Spaziergang durch die Stadt.