So geht günstiges Backpacking in Bordeaux

22.12.2020

Zugegeben, Bordeaux ist nicht die erste Stadt Europas, die man als Backpacker bereisen sollte. Auch ich habe erst einige andere Stationen in Frankreich abgeklappert, bevor ich Bordeaux bereist habe. Dann aber hat mich die Stadt umgehauen. Ich verrate die besten Tipps für ein perfektes Backpacking-Wochenende in Bordeaux.

Wer an Bordeaux denkt, denkt wahrscheinlich an Wein. Denn Bordeaux ist Hauptstadt der französischen Region Nouvelle-Aquitaine, deren Weine weltberühmt sind. Nicht nur der Wein ist hier unglaublich, auch die Küche ist in Bordeaux besonders nobel. Was in dieser Stadt serviert wird, lassen sich die Franzosen bezahlen - aus guten Grund. Die Qualität aller Speisen und Getränke ist extrem hoch, nicht jeder aber kann sich das leisten. Vor allem deshalb hat sich die Stadt unter Backpackern nicht durchgesetzt. Denn: Billig ist Bordeaux nicht.

Ganz im Gegenteil: Bordeaux gilt als eine der teuersten Städte Frankreichs. Trotzdem sollte man sich die Stadt im südwesten Frankreichs auf keinen Fall entgehen lassen. Deswegen verrate ich meine Lieblingsorte in Bordeaux, die man gratis oder preiswert besuchen kann.

Place de la Bourse

Der Place de la Bourse sollte der allererste Programmpunkt deiner Reise nach Bordeaux sein. Denn die beeindruckenden Gebäude, die um den Platz stehen, spiegeln sich im Miroir d'Eau, der mit einer Schicht Wasser bedeckt ist. Am besten schaut ihr einmal tagsüber und später nochmal Nachts vorbei, um zu sehen, wie sich die Lichter der Gebäude im Wasser spiegeln, wenn es dunkel ist.

Saint-Pierre

Als Nächstes geht es in die Altstadt von Bordeaux. Die befindet sich im Stadtteil Saint-Pierre, direkt hinter dem Place de la Bourse. Am besten erlebst du die Altstadt, wenn du dich hier einfach in dem Labyrint aus alten, pittoresken Gassen verlierst.

Grosse Cloche

Eigentlich ist nicht nur die große Glocke sehenswert, sondern auch das Stadttor, in dem sie hängt. Die Glocke kommt aus der Zeit um das 18. Jahrhundert, und der dazugehörige Turm zählt damit zu den ältesten Glockentürmen Frankreichs. Das Tor und die dazugehörige Stadtmauer wurde nicht nur zur Verteidigung genutzt - es diente auch als Gefängnis. Die Glocke wiegt übrigens acht Tonnen, wie wandererfootsteps schreibt.  

Rue Ste Catherine

Auch wer nicht shoppen will, sollte die Einkaufstraße Ste Catherine im Zentrum der Stadt ansehen. Die Straße ist eine Fußgängerzone und mit einer Länge von 1,2 Kilometern eine der längsten Einkaufsstraßen der Welt. Und auch eine der Schönsten, wie ich finde.


La Cité du Vin

Hierbei handelt es sich um ein Museum, dass sich dem Weinbau widmet. Dabei wird nicht nur der Wein der Region thematisiert, sondern Wein auf der ganzen Welt analysiert. Dieses Museum zählt zu den besten, die ich in meinem Leben besucht habe. Das mag an meiner Liebe zu Wein liegen, hat aber sicher auch damit zu tun, wie kreativ das Museum aufgebaut ist. Leider kosten die Tickets 20 Euro, weshalb wir uns dreimal überlegt haben, ob wir wirklich ins Museum wollen. Aber wir verbrachten ganze vier Stunden in der Cité de Vin und bekamen am Schluss sogar eine kostenlose Weinprobe. Ich würde also sagen, der Preis hat sich gelohnt. Hier gehts zu den Tickets. 

Picknick an der Uferpromenade

Am billigsten trinkt der, der im Supermarkt einkauft - die Regel gilt natürlich auch, und besonders für Bordeaux. Doch die ganz persönliche Weinprobe kann man zu einem richtigen Erlebnis machen und an der Uferpromenade picknicken. Kilometerlang kann man auf der Promenade dem Fluss Garonne folgen und sich dabei den Sonnenuntergang anschauen.


Chartrons

Chatrons gilt als das hippste Viertel der Stadt. Es wird sogar als das SoHo von Bordeaux bezeichnet, wie the broke backpacker schreibt. Uns hat besonders Halle des Chartrons und die Kirche Eglise Saint Louis des Chartrons gefallen, die direkt daneben steht. Halle des Chartrons ist eine Markthalle, die wir uns aber nicht von Innen angesehen haben, um Geld zu sparen. Aber selbst der Platz rundherum hat uns begeistert - alles ist voller Tische und Stühle und es wimmelt vor Restaurants, die alle rappelvoll sind.

Jardin Public

Wer eine Pause braucht, kann im öffentlichen Park entspannen. Er liegt Mitten in der Stadt und ist eine Ruheoase, in der man während des Stadtbummels die Beine hochlegen kann. Ein Spaziergang lohnt sich, denn immer wieder führen kleine Brücken über einen Fluss, der durch den Park fließt.

Wo du in Bordeaux sparen kannst

In der Umgebung von Bordeaux gibt es die Möglichkeit, Weingüter direkt zu besuchen. Wir haben uns gegen solche Touren entschieden, da sie unser Budget sprengten. Auch Weinproben werden in der Stadt angeboten und gehören wahrscheinlich zu der Bordeaux-Experience dazu. Aber auch hier haben wir uns dagegen entschieden, einen exorbitanten Preis für ein Winetasting zu bezahlen und dafür selbst eine abgespeckte Version gestaltet. Mit Flaschen aus dem Supermarkt.

Außerdem waren wir während unserer Zeit in Bordeaux nur einmal essen, und haben uns sonst beim Bäcker und Supermarkt versorgt. Die Qualität der Dinge, die beim Bäcker angeboten werden, ist in Frankreich meist so gut, dass selbst ein einfaches Baguette himmlisch schmeckt. Währen wir täglich zweimal essen gegangen, hätten wir pro Person an diesem Wochenende etwa 70 Euro mehr ausgegeben.