Geheimtipps für Backpacking in Lissabon

02.01.2021

Portugals Hauptstadt gilt als DIE neue Location für digitale Nomaden in Europa. Vielleicht liegt das daran, dass Lissabon eine der günstigsten Hauptstädte des Kontinents ist, die vor allem in den letzten Jahren zum Trendreiseziel geworden ist. Ich verrate euch meine Geheimtipps für das perfekte Programm in Portugals Hauptstadt.

Pflichtprogramm in Lissabon

Wer in Lissabon ist, muss mit der Straßenbahnlinie 28 fahren, die alle wichtigen Sehenswürdigkeiten verbindet und dabei den schönen Stadtteil Alfama nicht auslässt. Hier lohnt es sich, auszusteigen und zum Castelo de Sao Jorge zu wandern. Wandern? Ja, denn obwohl das Schloss nicht weit entfernt von der Straßenbahnstation liegt, wirst du ganz schön ins Schwitzen kommen, denn Lissabon ist eine hügelige Stadt. Wer sich entspannen will, kann danach bergab spazieren - zum Aussichtspunkt Portas do sol.

Auch den Stadtteil Bairro Alto sollte man sich nicht entgehen lassen. Normalerweise ist das Ausgehviertel voller Partywütiger. Weil diese im Zuge der Coronakrise ausblieben, versprühte das Viertel einen ungewohnt entspannenden Charme. Wer in der Gegend ist, sollte unbedingt bei Rosa da rua essen, wo ich die beste Spinatlasagne meines Lebens serviert bekommen habe. Den Blick vom nahegelegenen Aussichtspunkt am Jardim de Sao Pedro de Alcantara sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

Wer in Lissabon nicht die Pink Street gesehen hat, war nicht wirklich da - also runter in Richtung des Rio Tejo und die kurze rosarote Straße entlanglaufen, an deren Straßenrand es von Bars wimmelt. Wer eine Unterlage braucht, sollte beim Timeout Market in der Nähe vorbeischauen. Hier gibt es überteuertes Streetfood, dass aber so lecker ist, dass es das Geld wert ist.

Die besten Pastéis de Natas der Welt

Weiter geht's mit der Schnellbahn nach Belém, die Fahrt dauert eine halbe Stunde. Belém war früher eine eigenständige Stadt, ist jetzt aber ein Stadtteil Lissabons. Ein Besuch lohnt sich schon aufgrund der Pastéis de Natas, die hier ihren Ursprung haben - und außerdem die besten der Welt sein sollen.

Die Törtchen wurden hier 1834 aus einer Not erfunden. Denn damals wurde in Portugal das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat beschlossen, wie der Spiegel berichtet. 

Die Mönche gerieten daher in Geldnot, da sie keine Geschäfte mehr betreiben konnten. Doch ein Mönch stellte in der Not die Blätterteigtörtchen, die im Kloster gebacken wurden der benachbarten Zuckerraffinerie vor - mit Erfolg. Außerhalb der Klostermauern waren die Pastéis damals noch nicht bekannt. Die Nonnen verbrauchten Unmengen von Eiweiß, um ihre Hauben zu stärken. Deshalb wurde aus den Eigelben, die im Kloster auf Vorrat lagerten, Blätterteigtörtchen gemacht, die dann Weltruhm erlangten.

Was man in Belém sehen muss

Wer die leckeren Pastéis de Belem kosten will, muss von der S-Bahn-Station nur fünf Minuten entlang der Rua de Belém gehen und an einem großen Shop stehenbleiben, der sich wahrscheinlich durch seine Warteschlange verraten wird. Die kleinen Leckereien finde ich hier übrigens relativ günstig dafür, dass sie schmecken wie Himmel auf Erden.

Die Jerónimos Monastery, zu der der Shop ursprünglich gehört, und die direkt daneben liegt, sollte man nicht nur von außen - sondern unbedingt auch von Innen bestaunen. Warum sie noch nicht weltberühmt ist, weiß ich nicht. Der Spaziergang geht weiter zum Belém-Turm. Wer nicht so lange gehen will, kann ein paar Stationen mit der örtlichen Straßenbahn fahren.

LX Factory: Übernommen von Kreativen

Zurück ins Zentrum der Stadt fährst du am besten mit einer Straßenbahn, weil du dann am halben Weg bei der LX Factory aussteigen kannst. Das vergessene Fabrikgelände wurde mit Cafés, Restaurants und kreativen Shops wiederbelebt und ist für jeden Sehenswert, auch für die, die keinen Hunger haben.

Von Lissabon aus ist man in weniger als drei Stunden in Porto, in weniger als vier an der Algarve. Wenn du meine perfekte Reiseroute für einen Trip durch Portugal ohne Auto lesen willst, dann klicke hier.