So sind 4 Wochen Freiwilligenarbeit auf Bali

06.12.2020

Wenn man mich fragen würde, was das Beste an dieser gesamten Erfahrung des Volunteerings war, könnte ich blitzschnell antworten. Die Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Seen es Freiwilligenarbeiter aus aller Welt, Koordinatoren aus Indonesien oder die Schulkinder. In so kurzer Zeit habe ich noch nie so viele Leute kennengelernt, die so unterschiedlich waren, die so viele spannende Geschichten zu erzählen hatten und von denen ich so viel lernen konnte.

Lies mehr über meine zweite Erfahrung mit Freiwilligenarbeit in Südafrika hier. 

Während ich also sentimental meinen Rucksack für meine Weiterreise packe, weiß ich eines ganz genau: Das wird nicht meine letzte Freiwilligenarbeit-Erfahrung bleiben! Man lernt Land und Leute so viel intensiver kennen, als ich es von "normalen" Urlauben gewohnt bin (obwohl ich auf unseren bisherigen Urlauben auch keinesfalls nur am Pool in einem all-inklusiv Club gelegen bin, sondern immer versucht habe, möglichst viel vom Land zu sehen). 

Abenteuer auf dem Sibertablett serviert

Der Vorsatz für die nächsten Wochen lautet weiterhin das "wahre", "richtige" Bali zu erkunden, und nicht auf der Touristenwelle mitzuschwimmen. Denn wenn man den Süden der Insel, mit all seinen touristischen Orten besucht, kann einen diese Welle ganz schnell mitnehmen. Generell muss ich schon sagen, dass ich Bali als sehr Touristisch empfinde. Es ist definitiv leicht, sich hier zurechtzufinden, alles ist auf den Touristen eingerichtet und Abenteuer werden einem auf dem Silbertablett präsentiert. 

Die untouristischen Geheimtipps von Bali findest du hier

Das Wort, das ich in den letzten vier Wochen sicher mit Abstand am öftesten gehört, habe ist "Taxi", alle zwei Minuten wird es einem von der Hälfte aller Männer auf der Straße zugerufen. Eine andere Wahl als eines dieser Angebote anzunehmen gibt es nicht, denn ein anderes Verkehrsmittel außer Taxis sucht man auf der Insel lange. Als Europäer und vor allem Wienerin ist das für mich immer noch sehr ungewohnt und es fühlt sich verschwenderisch an, fünfmal am Tag in ein Taxi zu steigen. Wobei man die Preise natürlich auf keinen Fall mit europäischen vergleichen kann. Es ist keine Seltenheit, dass eine zehn-minütige Taxifahrt einen Euro kostet, und selbst wenn man zwei Stunden im Taxi unterwegs ist, und man sich den Preis mit seinen Mitfahrern aufteilt, zahlt man meistens nicht mehr als drei bis vier Euro.

Die einzige Alternative zum Taxi ist der Scotter, den hier selbst Kinder fahren. Generell scheint es bei den Mitfahrern oder eines Scooters keine Grenzen zu geben. Nicht selten sehe ich ganze Familien auf einem Scooter an mir vorbeidüsen. Jeder fährt hier Scooter, auch die Touristen, die eigentlich keine Ahnung davon haben. Angeblich wird beim Verleih auch weder nach Papieren noch nach Führerschein gefragt - aber keine Angst Mama, noch habe ich mich noch nicht daran gewagt, eins von diesen furchteinflößenden Gefährten selbst zu fahren.

Da ist es wahrscheinlich eine gute Idee, dass ich mich morgen auf die Gili Inseln, drei vorgelagerte Inseln von Bali fahre. Dort sind die einzigen Verkehrsmittel, nämlich Fahrräder und Pferdekutschen. Die drei Gili Inseln Gili Air, Gili Meno und Gili Trawangan sind außerdem dafür bekannt, DAS Paradies schlechthin zu sein. Klingt vielversprechend.  

Trotzdem verlasse ich Ubud mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das Leben im Volunteer Haus mit Freunden aus aller Welt war eine unglaublich tolle Zeit, auf die ich nur lächelnd zurückblicken kann. Ganz Klischee muss jetzt schreiben, dass es sich hier tatsächlich wie Familie anfühlt! Auch die Umgebung hier, der kleine Ort in dem ich leben durfte, sowie die nahegelegene Stadt Ubud, in der ich fast täglich Zeit verbracht habe, sind mir ans Herz gewachsen. Drei Wochen habe ich noch Zeit, die Insel zu erkunden und weiter in die Kultur einzutauchen.